Page 24 - bierkulturbericht-2011

Basic HTML Version

BRAU UNION ÖSTERREICH AG
|
Bierkulturbericht 2011
47
BRAU UNION ÖSTERREICH AG
|
Bierkulturbericht 2011
46
C O N R A D
S E I D L
Viel Phantasie für neue Biere.
Es ist noch gar nicht so lange her,
da hat die österreichische Biervielfalt
in den meisten Lokalen aus einem großen und einem kleinen Bier bestan-
den, in den Geschäften und Supermärkten konnte man allenfalls aus einer
Handvoll Marken wählen, wobei der Biertyp fast immer das Märzenbier war.
Das hat sich gründlich geändert: In den 1970er Jahren haben die ersten
Wirte in den Sommermonaten Weizenbier auf die Karte gesetzt, ab 1986
hat die damalige Brau AG den Weizenbiermarkt in Österreich praktisch neu
geschaffen und so um das Jahr 2000 hat sich die Erkenntnis durchgesetzt,
dass Weizenbier mehr als ein erfrischendes Saisongetränk für den Sommer
ist, längst wird es das ganze Jahr über von Bierfreunden geschätzt. 130.000
Hektoliter Weizenbier werden jährlich in Österreich produziert – und die ak-
tuelle Market-Umfrage zur Bierkultur zeigt: Für 81 Prozent der Österreicher
quer durch alle Altersgruppen ist Weizenbier ein vertrauter Begriff – in den
höheren Bildungs- und Einkommensschichten kennt man Weizenbier beson-
ders gut. Es ist nach wie vor ein vornehmes Bier.
Aber die Bierphantasie endet nicht damit, dass Brauer dem Jahrhunderte
alten Weizenbierstil neues Leben einhauchen. Für diesen Bierkulturbericht
wurden 600 Österreicherinnen und Österreicher gefragt: „Angenommen
vor Ihnen steht eine neue Biersorte und daneben ein Ihnen bekanntes Bier.
Zu welchem Glas würden Sie eher greifen?“ Mehr als die Hälfte der Be-
fragten zeigte sich experimentierfreudig und bekundete Interesse am neuen
Bier – auch das ist ein ganz anderes Bild als es noch in den 1990er Jah-
ren gezeichnet wurde: Damals waren es vor allem junge Bierfreunde, die
neues Bier probieren wollen. Jetzt ist die Lust am Neuen in allen Alters- und
Bildungsschichten verbreitet. Auch wenn die Mehrheit der Biertrinker relativ
treu zum Gewohnten steht und in der Regel die gewohnten Biere trinkt, so
wird Abwechslung durchaus begrüßt.
Brauer können ja das Bierangebot enorm variieren: Neben Gerste und
Weizen gibt es eine Reihe anderer Stärkeprodukte, die für besondere Biere
eingesetzt werden können. Längst ist Roggen kein wirklich knappes Getrei-
de mehr – und jeder Zweite fände ein Roggenbier interessant. Die für den
Bierkulturbericht 2011 befragten Österreicherinnen und Österreicher zeigen
eine große Offenheit für Biere weit jenseits des Reinheitsgebots: Da werden
Fruchtbiere diskutiert, da wird Reis als Rohstoff für die Bierproduktion ge-
wünscht und Zucker nicht abgelehnt.
Tatsächlich ist ja die Welt der Biere viel breiter aufgestellt als es den österrei-
chischen Konsumgewohnheiten entspricht: In einigen Ländern Afrikas sind
beispielsweise Biere aus Hirse sehr verbreitet – allerdings erscheinen viele
dieser Biere für unseren Gaumen so ungewohnt, dass sie kaum einen Markt
fänden. Andere wiederum hätten durchaus Chancen – und wären etwa für
Zöliakie-Patienten, die gewisse Eiweisse von Gerste und Weizen nicht vertra-
gen, eine echte Alternative.
Am Ende sind die Bierkonsumenten wohl gar nicht so konservativ, wie
sie es von sich selber in der ersten Auskunft behaupten. Das verspricht
spannende Zeiten für Bierbrauer, für die Biergastronomie und vor allem für
die Konsumenten, die sich auf Biere freuen können, die es bisher allenfalls in
der Phantasie gegeben hat, die aber vielleicht künftig Österreichs Bierkultur
bereichern werden.
• Für alle von der BRAU UNION einge-
setzten Roh- und Hilfsstoffe liegen
Zertifikate vor, welche die Gentech-
nikfreiheit bestätigen.
• Die BRAU UNION überprüft in regel-
mäßigen Abständen die Feststellung
der Vorlieferanten von Roh- und Hilfs-
stoffen.
• Alle Produkte sind mit Abfüllcodes
gekennzeichnet, die eine vollständige
Rückverfolgung gewährleisten.
Die BRAU UNION ÖSTERREICH AG ga-
rantiert für alle in ihren Betrieben er-
zeugten Produkte höchste Produktqua-
lität. Bei der Herstellung der diversen
Biersorten werden ausschließlich spe-
ziell ausgewählte Rohstoffe, die über-
wiegend aus Österreich kommen, ver-
wendet. Die Marke Gösser wird sogar
zu 100 Prozent aus besten, heimischen
Rohstoffen erzeugt.
Darren (ein weiterer Schritt des Mälzvor-
ganges) „eingeschläfert“ werden, aber beim
späteren Brauvorgang (Maischprozess) wie-
der „erwachen“ und Stärke in vergärbare
und nicht vergärbare Zucker umwandeln.
Unterm Strich kommt dem Malz somit eine
entscheidende Bedeutung im Brauprozess
zu. Es bestimmt nämlich sowohl die Voll-
mundigkeit, den Alkoholgehalt als auch
das Aroma des Biers. Im Allgemeinen wer-
den dabei in der Bierbrauerei bei Malz drei
Grundsorten unterschieden: das Pilsener
Malz, das Wiener Malz und das Münchner
Malz. Die Sorten unterscheiden sich vor
allem darin, bei welcher Lufttemperatur
sie gedarrt wurden.
In Sachen Bekanntheit hinkt Malz freilich
dem populären Inhaltstoff Hopfen hinter-
her. Gerade mal vier Prozent der Bevölke-
rung fällt Malz als erster Inhaltstoff beim
Bier ein. Immerhin 25 Prozent nennen das
aufbereitete Getreide aber an zweiter Stel-
le. Immerhin 47 Prozent der heimischen Be-
völkerung ist es zumindest bekannt, dass
Malz ein integraler Bestandteil des Brau-
prozesses ist.
Ob Hopfen, Wasser oder Malz – für die
Herstellung ihrer Produkte verwendet die
BRAU UNION ÖSTERREICH ausschließlich
speziell ausgewählte Rohstoffe, die über-
wiegend aus Österreich kommen. Wenn
das nicht möglich ist – weil etwa zu wenig
Hopfen in der Umgebung der Brauereien
produziert oder eine spezielle Sorte hier-
zulande nicht angebaut wird – achtet der
heimische Marktführer auf lokale Zuliefer
mit kurzen Transportwegen. Audits der
Lieferanten und regelmäßige externe und
interne Kontrollen stellen sicher, dass alle
gültigen lebensmittelrechtlichen Vorschrif-
ten eingehalten werden.
Wie wichtig den heimischen Bierliebha-
bern Qualität und Herkunft von Malz
oder Hopfen sind, wurde ebenfalls in der
market-Umfrage ermittelt. Das Ergebnis:
47 Prozent der Österreicher sind der Mei-
nung, dass Qualität wichtiger als Herkunft
ist. Das bedeutet, dass die für den Braupro-
zess benötigten Rohstoffe nicht unbedingt
aus Österreich kommen müssen, solange
die Qualität stimmt. 37 Prozent der Bevölke-
rung sind hingegen davon überzeugt, dass
die Rohstoffe wenn möglich immer aus Ös-
terreich kommen sollten. 16 Prozent sind
in dieser Frage unentschieden und wollen
keine Angabe machen. Interessantes Detail:
Je jünger die Biertrinker, desto wichtiger ist
die Qualität der Inhaltstoffe. Je erfahrener
die Bierkonsumenten, desto mehr Wert
wird hingegen auf die Herkunft gelegt.
Männer sind eher im Lager der Qualitäts-
befürworter zu finden während bei Frauen
die Frage der Herkunft eine gewichtigere
Stellung einnimmt.
G
F
ür ein perfekt gebrautes Bier benö-
tigt man neben Wasser und Hopfen
auch Malz. Unter dem Begriff Malz
versteht man dabei nichts anderes als spe-
ziell für das Brauen aufbereitete Getreide.
In erster Linie handelt es sich um Gerste.
Bevor das Getreide zum Brauen taugt, muss
es gemälzt werden. Beim Mälzen werden
die Getreidekörner künstlich zum Leben
erweckt, indem sie im Wasser eingeweicht
und dadurch zum Keimen gebracht werden.
Dabei werden Enzyme gebildet, die beim
Malz – die ganze
Kraft des Korns.
Malz ist gekeimtes und getrocknetes Getreide. Meist wird es aus Gerste
gewonnen. Im Brauprozess kommt dem bearbeiteten Korn eine entscheiden-
de Bedeutung zu, denn das Malz bestimmt sowohl den Gehalt als auch das
Aroma des Gerstensaftes.
2
1
2.1
2.2
2.3
2.4