Die Mischung machts aus

Bier erlebt ein großes Comeback. In manchen Lebensbereichen war das flüssige Gold immer vertreten. In anderen Situationen wiederum spürte man die Abwesenheit des Bieres deutlich, wie z. B. an der Cocktailbar beim Durchschmökern der Karte. Außer dem klassischen Radler war bis dato selten ein Biercocktail zu finden. Dies ändert sich aber rasant. Dank experimentierfreudiger Barkeeper, die ständig auf der Suche nach neuen Geschmacksexplosionen sind, erfährt die Bierkultur ein neues Hoch.

Alle Wege führen zum Bier

Wenige Getränke haben in Österreich eine derartige Sonderstellung wie der Radler. Laut der vom Brauereiverband durchgeführten „Trendmessung zur Wahrnehmung von Bier in Österreich“, wählten Bierliebhaberinnen und Bierliebhaber der Alpenrepublik das erfrischende Mischgetränk auf Platz 2 der populärsten Biersorten. Frauen bevorzugen ihn sogar deutlich gegenüber dem herben Märzen. Dieser Trend ist im gesamten deutschsprachigen Raum zu verzeichnen. In Deutschland zeigt die Beliebtheitskurve von Radler, Berliner Weiße und Alsterwasser steil nach oben – letztes Jahr konnte sogar ein Plus von 10,4 % erzielt werden. Bier hingegen legte laut Deutschem Brauer-Bund nur 0,5 % zu. Und bei diesen Erhebungen wurden die alkoholfreien Optionen noch nicht einmal miteinbezogen. Die zunehmende Beliebtheit des Biergenusses ist aber keineswegs ein neues Phänomen. Was aber sehr wohl neu ist und jede Menge Bierkultur in die heimischen Bars bringen wird, sind die neuen Welten, die durch Biercocktails eröffnet werden.

 

Laut der neuen Market-Studie zu Bierkultur in Österreich 2019 sind Biermischgetränke wie der Radler für etwa die Hälfte (52 %) der österreichischen Bevölkerung ein Thema:

Neue alte Traditionen

Manche werden nun etwas misstrauisch ihre Augenbraue heben, aber seid versichert – die meisten Zweifler blieben es nur bis zum ersten Schluck eines Biercocktails. 😉 Dieser neue Trend, Bier in Cocktails zu verwenden ist genau genommen aber gar keine Neuheit, sondern ein Wiederaufleben von scheinbar in Vergessenheit geratenen Genüssen. Der bekannteste Biercocktail – der „Black Velvet“ – feiert demnächst sein 150-jähriges Bestehen. Die Platzhirsche auf der klassischen Cocktailkarte können da nicht einmal ansatzweise mithalten. Der Black Velvet, bestehend aus dunklem Stout aufgegossen mit Champagner, geht auf Prinz Albert, Gemahl der britischen Königin Viktoria, zurück. Im Jahr seines Todes wurde im Londoner Brocker’s Club, ihm zu Ehren dieser Cocktail erfunden.

Ein neues Selbstverständnis

Es ist aber nicht bloß die Liebe zur Nostalgie, dem die Biercocktails diesen neuen Höhenflug verdanken. Es ist die Liebe zu ausgewogenen Aromen. Keine Extremen, sondern die goldene Mitte. Ein Cocktail, der mehr einem Gedicht gleicht, ist das neue Ideal der Mixologen – so werden die Bar-Künstler heute genannt. Bei diesem Fokus auf eine präzise Hand, innovativen Kreationen und höchste Güte der Zutaten, ist es kein Wunder, dass das Bier wieder seinen Weg zurück in die Cocktailkarten fand.

Das Beste kommt immer zum Schluss

Ihr habt nun Lust bekommen euch zu Hause selbst einen feinen Biercocktail zu mixen? Hier sind 5 Regeln, die ihr beachten solltet:

 

  1. Welches Bier kommt ins Glas? Geschmackliche und optische Ausgewogenheit sind gefragt – hell zu hell, dunkel zu dunkel.
  1. Es gelten dieselben Prinzipien wie beim Foodpairing: Die ausgeprägteste Facette des Bieres ausmachen und dann mit passenden Spirituosen/Zutaten ergänzen. Fruchtiges Weizen zu Fruchtigem.
  1. Märzen- und Lagerbiere gehören zu den neutralsten Sorten und sind für die ersten simplen Mixversuche besonders geeignet. Bestes Beispiel ist der beliebteste Biercocktail Österreichs: der Radler.
  1. Nicht schütteln! Außer ihr seid heiß darauf den Wischmopp zu aktivieren. Sollte Bloßes rühren nicht ausreichen: Zuerst alle übrigen Zutaten mixen und dann erst mit Bier aufgießen.
  1. Lasst lieber die Finger von cremigen Likören. Gemischt mit Bier neigen diese zur Flockenbildung. Sieht nicht schön aus und der Cocktail sollte optisch schon etwas hermachen.
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